Wir stellen Ihnen hier einen bunten Mix der aktuellsten Praxisbeispiele im Energieatlas vor. Dazu gehören die ersten KIPKI-geförderten Projekte (Kommunale Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation), Maßnahmen aus dem Kommunalen Klimapakt (KKP) sowie weitere wirkungsvolle Vorzeigeprojekte, die in Kommunen, von Unternehmen und von engagierten Bürger:innen umgesetzt werden. Diese Projekte zeigen nicht nur, wie vielfältig die Wege in eine nachhaltige Zukunft sein können, sondern bieten auch wertvolle Erfahrungen, die zum Lernen und direkten Nachmachen anregen.
In den kommenden Monaten werden kontinuierlich weitere KIPKI- und KKP-Projekte hinzukommen. Alle neuen Projekte werden wie gewohnt in der Praxisbeispiel-Karte veröffentlicht.
Integriertes Vorreiterkonzept des Landkreises Mayen-Koblenz
Der Landkreis Mayen-Koblenz hat als erste Kommune in Rheinland-Pfalz ein integriertes Vorreiterkonzept vorgelegt und damit die Weichen für einen klimaneutralen Landkreis im Jahr 2040 gestellt. Mit 31 Maßnahmen in fünf Handlungsfeldern übernimmt der Landkreis eine Vorbildfunktion. Die Energie- und Klimaschutzagentur hat im Rahmen des Kommunalen Klimapakts bei der Antragstellung und Ausschreibung unterstützt, den Prozess zur Erstellung des Konzeptes begleitet und zudem strategisch bei der Institutionalisierung der interkommunalen Zusammenarbeit im Klimaschutz mitgewirkt.
Anschaffung von 5 E-Fahrzeugen für den Fuhrpark der Kreisverwaltung Bad Dürkheim
Der Landkreis Bad Dürkheim hat im Rahmen des Landesförderprogramms „Kommunales Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation (KIPKI)“ seinen Fuhrpark klimafreundlicher ausgerichtet und fünf vollelektrische Fahrzeuge angeschafft. Damit leistet die Kreisverwaltung einen konkreten Beitrag zur Dekarbonisierung und erwartet eine jährliche Einsparung von rund 11 t CO₂. Zur weiteren Reduktion der Emissionen werden die Verwaltungsstandorte mit Photovoltaikanlagen, Stromspeichern und Wallboxen ausgestattet, sodass die E-Fahrzeuge überwiegend mit selbst erzeugtem Solarstrom geladen werden können. Auch diese ergänzende Maßnahme wird durch das KIPKI-Förderprogramm finanziert.
Smarter Batteriespeicherpark in Föhren
Der Batterisepeicherpark in Föhren zeigt, wie intelligente, netzbildende Speichertechnologie im Realbetrieb funktioniert. Das Vorzeigeprojekt stabilisiert das Stromnetz in Kombination mit dem benachbarten Solarpark Schweich und macht somit Strom aus Erneuerbaren Energien flexibel nutzbar. Ein wichtiges Ziel des Parks ist es, die Lücke zwischen Stromerzeugung und -verbrauch durch netzdienliche Speichertechnologien zu schließen. Zudem liefert das Projekt wertvolle Erkenntnisse für die Integration von Batteriespeichern in die zukünftige Energieversorgung.
Nachhaltiges Rechenzentrum Green Rocks in Mainz
Das nachhaltige Rechenzentrum in Mainz wird zu 100 % mit erneuerbarer Energie betrieben und setzt auf innovative Kühlung durch Rheinwasser sowie eine emissionsarme Notstromversorgung. Ein technisches Highlight ist die Rückgewinnung der Abwärme: Bis zu 60 MW werden über Großwärmepumpen für das Mainzer Fernwärmenetz bereitgestellt und können rechnerisch rund 20.000 Haushalte mit Wärme versorgen. Das Projekt zeigt, wie Innovation, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz Hand in Hand gehen, um so eine grüne digitale Zukunft zu gestalten.
parQ54 - Das smarte Gewerbequartier in Trier
In Trier entsteht auf einem ehemaligen Kasernen ein smartes und nachhaltiges Gewerbequartier: das parQ54. Das Quartier ist in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht zukunftsfähig ausgerichtet. Ziel ist ein Standort für rund 30 Betriebe, der nicht nur wirtschaftlich attraktiv ist, sondern Nachhaltigkeit mit den Themen Wärme, Strom, Mobilität und Digitalisierung verbindet. Anders als konventionelle Gewerbegebiete mit überwiegend fossiler Einzelversorgung deckt das Quartier seinen Bedarf an Wärme und Strom zu großen Teilen durch den Einsatz erneuerbarer Energien. Dazu nutzt es Abwasserwärme und integriert Photovoltaikanlagen.
Modulare Feuerwehrhäuser in der Verbandsgemeinde Winnweiler
Die Verbandsgemeinde Winnweiler plant die Errichtung drei neuer, modularer Feuerwehrhäuser aus Holz im KfW-55 Standard. Diese sollen modern und energieeffizient sein, Holz aus dem gemeindeeigenen Wald nutzen und durch erneuerbare Energien größtmögliche Energieautarkie erreichen. Das modulare Baukastensystem ermöglicht zudem eine flexible Anpassung an die jeweiligen Bedürfnisse der Gemeinden und Standorte.
Erstellung eines Hybridpumpwerks in der VG Ulmen
In der Verbandsgemeinde Ulmen wurde 2024 ein Hybridpumpwerk errichtet, das Abwasser energieeffizient zur zentralen Kläranlage in Auderath-Schmitt leitet. Die Anlage wird durch eine Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher betrieben und reduziert so den Strombezug aus dem Netz erheblich. Durch die neue Technik wird gleichzeitig die Wasserqualität im betroffenen Gewässer verbessert und der Vorfluter in Gillenbeuren entlastet. Das Projekt gilt als innovatives Beispiel für kommunalen Klimaschutz und Energieeffizienz.