Der Ausbau erneuerbarer Energien wird häufig als Konflikt mit der landwirtschaftlichen Nutzung von Flächen wahrgenommen.
Insbesondere Photovoltaik-Freiflächenanlagen stehen in der Kritik, Böden zu beanspruchen oder das Landschaftsbild zu verändern. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an eine klimaneutrale Energieversorgung sowie an die wirtschaftliche Stabilität landwirtschaftlicher Betriebe.
Doppelte Nutzung statt Nutzungskonflikt?
Die Agri-Photovoltaik (Agri-PV) setzt an diesem Spannungsfeld an. Sie ermöglicht die gleichzeitige Nutzung landwirtschaftlicher Flächen zur Erzeugung von Solarstrom und landwirtschaftlichen Produkten.
In den vergangenen Jahren hat sich Agri-PV zunehmend etabliert, auch wenn die Nutzung noch in den Anfängen steht. Das technische Potenzial wird für Deutschland auf rund 1.700 GWp geschätzt. Mit den am besten geeigneten Flächen sind insgesamt rund 500 Gigawatt installierbare Leistung realisierbar (Quelle: Fraunhofer ISE). Ein Wert, der die mögliche Bedeutung der Technologie für die Energiewende verdeutlicht. Bereits bei einer teilweisen Nutzung des Flächenpotenzials zeigt sich hier die Möglichkeit, die verbleibenden 40 % fossiler Stromerzeugung im deutschen Strommix zu ersetzen und den deutschen Stromverbrauch (für das Jahr 2024: 528 TWh) vollständig durch grünen Strom zu decken.