Anlass und Ziele
- Regionaler Energieverbund für autarke Stromversorgung aus Erneuerbaren zur Senkung der Stromkosten
- Produktion von nachhaltigem Strom = günstige Stromentstehungskosten
- Stromkostensenkung
- Senkung der Treibhausgasemissionen
- CO₂-Exmissionen nachhaltig reduziert
Projektbeschreibung
Das Strombilanzkreismodell in Alzey ist eine innovative Antwort auf die kommunalen Herausforderungen des Klimaschutzes. Ziel ist es mit eigener, kommunaler Anstrengung, den vor Ort erzeugten erneuerbaren Strom flexibel und effizient innerhalb kommunaler Gebäude zu nutzen und den fossilen Energieverbrauch nachhaltig zu reduzieren ohne vom Bundesstrommix in Sachen Klimaneutralität abhängig zu sein. Das Vorgehen umfasst die strategische Identifikation von Verbrauchsstellen und den wirtschaftlichen Ausbau von PV-Anlagen. Nach der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung und Ausschreibung durch die Kommune, setzte der Messstellenbetreiber intelligente Messkonzepte, eine enge digitale und organisatorische Auswertung von Stromflüssen sowie die Einbindung moderner Technik in bestehende Infrastrukturen um.
Der Strombilanzkreis nutzt den Strom, der auf den Dächern der eigenen Liegenschaften erzeugt wird. Die Umsetzung ist zum 01.10.2025 erfolgt. Die Stadt baute ca. 430 kWp an PV-Leistung aus. Nach aktuellem Stand erzeugen die PV-Anlagen der Stadt ca. 220.000 kWh im Jahr Überschuss, die nicht im jeweiligen Gebäude verbraucht werden können. Mithilfe des Strombilanzkreises kann die Stadt den Eigenverbrauch schrittweise erhöhen und so die Treibhausgasemissionen der kommunalen Gebäude um 80 t CO₂ pro Jahr reduzieren (Quelle: Umweltbundesamt). Auch die evangelische Kirche profitiert von dem Modell in Alzey: Die Stromkosten zweier Kindertagesstätten in Trägerschaft der Kirche werden von der Stadt Alzey und der Kirche je zu Hälfte getragen. Von dem Strombilanzkreismodell profitieren die kirchlichen Einrichtungen hinsichtlich der Kostenersparnis und den geförderten Klimaschutz. Dieses Beispiel zeigt, wie gut im nicht-wirtschaftlich tätigen Bereich das Strombilanzkreismodell seinen Nutzen über eine Rechtsperson hinaus entfalten kann.
Das Projekt finanziert sich aus kommunalen Eigenmitteln. Personell tragen der Klimaschutzmanager, die Vergabestelle und das technische Gebäudemanagement der Stadtverwaltung zur Umsetzung mit den externen Projektverantwortlichen der EWR AG und EWR Netz GmbH bei. Es hat sich ein regelmäßiger Austausch zwischen der Stadt und EWR ergeben.
Der Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz ergibt sich aus der Förderung lokaler Energieerzeugung, der erhöhten Eigenverbrauchsquote und der eigenverantwortlich spürbaren Senkung der kommunalen CO2-Emissionen. Durch das Projekt erzielt die 20.000-Einwohner-Stadt Alzey derzeit jährliche Stromkosteneinsparungen im niedrigen fünfstelligen Bereich. Gleichzeitig wird die Anpassungsfähigkeit kommunaler Gebäude an Energiewende-Anforderungen gestärkt, indem auch bisher schwer für erneuerbare Energien nutzbare Gebäude durch kommunal grün erzeugten Strom versorgt werden. Das Projekt verdeutlicht, wie Kommunen ambitionierten Klimaschutz im Sinne des Wettbewerbs durch technische Innovation, Vernetzung und Beteiligung umsetzen. Das Projekt ist als Vorbild-und Lernprojekt konzipiert, um durch Wissenstransfer, Praxiserfahrungen und Schulungen die Übertragbarkeit des Modells auf andere Kommunen zu erleichtern. Es hat bereits bundesweites Interesse geweckt und wurde auf Fachveranstaltungen präsentiert.
Folgende Erzeugungsanlagen sind mittlerweile im Bilanzkreis integriert:
| Stadtverwaltung | 62 kWp |
| Kita Hanni Kipp | 29 kWp |
| Bauhof | 133 kWp |
| Feuerwache | 103 kWp |
| Freibad | 54 kWp |
| Grundschule Weinheim | 20 kWp |
| Kita Haus der Klänge | 41 kWp |
Der PV-Ausbau wurde durch die Landesförderung “Kommunales Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation” finanziert. Mehr Informationen finden Sie unter dem Projektsteckbrief "Investitionen in eine nachhaltige kommunale Energieversorgung der Kreisstadt Alzey"