Anlass und Ziele
Kaisersesch ist einer von drei Standorten in Deutschland, an dem das in Forschungsprojekten entwickelte Projekt SmartQuart getestet wurde. Dabei wurde das Quartier von 2020 bis 2025 zum Reallabor der Energiewende und untersuchte die technische Umsetzbarkeit sowie die Effizienz und die Wirtschaftlichkeit der Konzepte.
Ziel des Forschungs- und Entwicklungsprojektes war es, eine Alternative zu fossilen Energieträgern zu schaffen und ein CO2-neutrales Quartier zu errichten. Dazu sollte der Einsatz fossiler Energieträger in den Projektquartieren bis auf 0 % reduziert und gleichzeitig der Einsatz Erneuerbarer Energien auf 100 % erhöht werden.
Projektbeschreibung
Das Forschungsprojekt SmartQuart testete eine klimaneutrale Energieversorgung innerhalb eines Quartiers sowie die Effizienz und Wirtschaftlichkeit im Zusammenspiel. Ein zentraler Punkt des Projektes war die intelligente und sichere Vernetzung der Energiesysteme mittels eines Energiemanagementsystems innerhalb und zwischen den Quartieren. Zudem konnten auch Bewohner ihre Ideen aktiv einbringen, indem spezielle Bürgerbeiräte sowie Dialogformate eingerichtet wurden.
Das Projekt in Kaisersesch wurde im Zeitraum von 2020 bis 2025 durchgeführt.
Wasserstoffquartier Kaisersesch:
In Kaisersesch wurde eine neuartige Wasserstoffversorgung im Rahmen des Forschungsprojektes SmartQuart realisiert. Die Infrastruktur umfasste eine Pipeline mit einem Designdruck von bis zu 70 bar und lieferte Wasserstoff für eine sektorübergreifende Nutzung. Das funktionierte folgendermaßen: grüner Wasserstoff wurde per Trailer angeliefert und in die Pipeline vor Ort eingespeist. Von dort aus wurde das Gas an die Kunden verteilt, die den Wasserstoff im Sinne der Sektorenkopplung weiterverwendeten. Noch bis Ende Juni 2025 wurde der grüne Wasserstoff von zwei Kunden genutzt. Der SmartQuart-Projektpartner Viessmann wandelte den Wasserstoff in Brennstoffthermen und Brennstoffzellen in Wärmeenergie um. Diese wurde über ein Nahwärmenetz direkt für die Wärmeversorgung der Verbandsgemeindeverwaltung verwendet. Der zweite Kunde, der Projektpartner Hydrogenious, speicherte den angelieferten grünen Wasserstoff in einem sogenannten LOHC-Tank für einen sicheren und flexiblen Weitertransport außerhalb des Quartiers. LOHC steht für “Liquid Organic Hydrogen Carrier” und beschreibt die Bindung des Wasserstoffs an eine schwer entflammbare organische Trägerflüssigkeit. In diesem Zustand kann der Wasserstoff sicher gespeichert und weiter transportiert werden.
Von Anfang an war das Ziel, im großen Rahmen Erkenntnisse über den Neubau einer solchen Infrastruktur zu sammeln. Es wurde ausgiebig getestet und weitere Daten gesammelt, um festzustellen, ob die eingesetzten Techniken marktreif sind, wie sich die Materialien verhalten, die den Wasserstoff transportieren, und wie die Anlagen weiter optimiert werden können. Detaillierte Tests haben umfangreiche Erkenntnisse zu diesen Fragen geliefert. Die Erkenntnisse aus dem Projekt werden bereits in andere Projekte eingebracht. Das Wasserstoffquartier Kaisersesch war deshalb einzigartig, weil eine vollständige Wasserstoffinfrastruktur neu aufgebaut wurde.
Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage von Westenergie AG.