Die Energiewende erfolgreich gestalten mit Batteriespeichern
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Solarpotenziale erfolgreich nutzen?

Entwicklung Aufdach-Photovoltaik und Batteriespeicher in RLP 2018 - heute

Eigene Abbildung (Datenstand 31.03.2025, Datenquelle: Marktstammdatenregister)

Am 26. April 2025 findet der Tag der Erneuerbaren Energien statt – ein Anlass, um über die effiziente Nutzung von Solarstrom nachzudenken. Während Photovoltaikanlagen tagsüber Strom erzeugen, wird ein Großteil davon oft nicht direkt verbraucht. Ohne eine Möglichkeit zur Speicherung fließt dieser Strom ins Netz, während abends wieder Energie aus externen Quellen bezogen wird. 

Doch es gibt eine Lösung: In Kombination mit PV-Anlagen gewinnen die Batteriespeichersysteme in den letzten Jahren immer stärker an Bedeutung. Waren im Jahr 2018 rund 3.500 Batteriespeicher bei einer Bruttoleistung von 1.750 MW an Aufdach-Photovoltaik installiert, sind es mittlerweile knapp 107.000 Anlagen, die parallel zu 3.700 MW an Bruttoleistung durch Aufdach-Photovoltaik installiert sind. 

Batteriespeicher ermöglichen es, den selbst erzeugten Strom einer PV-Anlage zu speichern und auch dann zu nutzen, wenn die Sonne nicht scheint. Das steigert den Eigenverbrauch sowie das Einsparpotenzial und reduziert die Abhängigkeit von steigenden Strompreisen.

Die Kombination aus PV-Anlagen und leistungsfähigen Batteriespeicher wird nicht nur für private Dächer genutzt, sondern auch auf kommunalen Dächern umgesetzt, um in nachhaltige Energielösungen zu investieren. 

Wir zeigen Ihnen Entwicklungen und Praxisbeispiele.

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Was sind Batteriespeicher?

Batteriespeicher werden in der Regel als Kurzzeitstromspeicher eingesetzt. Sie können dem Bedarf kurzfristig folgen und Strom mit einer hohen Leistung schnell zur Verfügung stellen. Eine längerfristige Speicherung der Energie über Wochen und Monate ist aufgrund der Selbstentladung nur mit Abstrichen möglich – und wird auch aus Platz- und Kostengründen nur in wenigen Fällen praktiziert. Gängige Speicher sind meist mit Lithium-Ionen-Batterien ausgestattet.

Batteriespeicher übernehmen für unterschiedliche Einsatzbereiche (Haushalt, Gewerbe, Netzspeicher) unterschiedliche Rollen. In Haushalten steht vor allem der solare Eigenverbrauch im Fokus, während Gewerbe und Industrie von solarem Eigenverbrauch sowie Spitzenlastabdeckung (Peak Shaving) profitieren. Großspeicher werden überwiegend für die Bereitstellung von Primärregelleistung (systemdienlich) oder der Teilnahme am Strommarkt mit Arbitrage-Geschäften (marktdienlich) eingesetzt. Der netzdienliche Einsatz zum Stützen der Netzstabilität findet bislang kaum statt.

Bei den Batteriespeichern lässt sich zwischen Heimspeicher, Gewerbespeicher und Großspeicher unterscheiden. Die durchschnittliche Speicherkapazität registrierter rheinland-pfälzischer Heimspeicher beträgt 8,8 kWh, die von Gewerbespeicher 63,5 kWh und von Großspeicher 26.000 kWh (26 MWh).

Quelle: Energieagentur Rheinland-Pfalz

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Aktuelle Zahlen im Überblick - Batteriespeicher in RLP

Entwicklung Batteriespeicher Leistung und Speicherkapazität in Rheinland-Pfalz 2015 bis heute

Eigene Abbildung (Datenstand 31.03.2025, Datenquelle: Marktstammdatenregister)

In Rheinland-Pfalz sind derzeit 107.000 Batteriespeicher mit 718 MW an Bruttoleistung und 1 GWh an Energiekapazität in Betrieb. 

Die Leistung wächst ungefähr proportional zur Speicherkapazität und seit 2020 zeigt sich ein starkes Wachstum. Allein im Jahr 2024 wurden über 33.000 Batteriespeicher mit einer Leistung von 229 MW in Betrieb genommen. Der ansteigende Trend der vergangenen Jahre setzt sich somit fort – ein wichtiger Schritt für die Energiewende.

Mit der Gesamtkapazität von 1 GWh können rechnerisch 100.000 Haushalte täglich mit Strom versorgt werden – sofern sich der Speicher jeden Tag neu mit Strom durch Sonnenenergie auflädt. In der Praxis müssen jedoch Wirkungsgradverluste und saisonale Schwankungen mitberücksichtigt werden.

 

Datenstand 31.03.2025, Datenquelle: Marktstammdatenregister

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Aktuelle Zahlen im Überblick – Heimspeicher, Gewerbespeicher und Großspeicher

Bei der Speicherkapazität haben Heimspeicher mit 936.000 kWh den größten Anteil (90 %), gefolgt von Großspeichern mit 66.000 kWh (6 %) und Gewerbespeicher mit 41.000 kWh (4 %). 

Heimspeicher zeigen nicht nur eine klare Dominanz bei der Speicherkapazität, sondern auch bei der Anzahl der installierten Batteriespeicher, die 99 % des Gesamtbestands ausmacht. 

Vergleich der Speicherkapazität und Anzahl an installierten Batteriespeicher für Heim-, Gewerbe- und Großspeicher

Eigene Abbildung (Datenstand 31.03.2025, Datenquelle: Marktstammdatenregister)

Batteriespeicher in Planung

Laut Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur sind zurzeit 17 Großspeicheranlagen mit einer Speicherkapazität von über 800.000 kWh und 393.300 kW Leistung in Planung (Stand 31.03.2025).

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Welche Kommunen setzen auf Batteriespeicher?

Ein regionaler Überblick

Es zeigt sich, dass Batteriespeicher ein zentraler Bestandteil der lokalen Energiewende in Rheinland-Pfalz sind. Viele Kommunen haben bereits beachtliche Speicherkapazitäten installiert. Spitzenreiter ist der Landkreis Mainz-Bingen mit rund 71.000 kWh, gefolgt vom Westerwaldkreis (58.000 kWh), Mayen-Koblenz (55.000 kWh), Neuwied (54.000 kWh) und dem Rhein-Pfalz-Kreis (51.000 kWh).

Der Einsatz von Batteriespeichern in Rheinland-Pfalz ist regional unterschiedlich – so ist die installierte Speicherkapazität in den Städten meist geringer als in den umliegenden Landkreisen. 

Welche Kommunen setzen auf Batteriespeicher in Rheinland-Pfalz?

Eigene Abbildung (Datenstand 31.03.2025, Datenquelle: Marktstammdatenregister)
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Beispiele aus der Praxis

Inspirierende Beispiele für den erfolgreichen Einsatz von Photovoltaik und Batteriespeichern in Kommunen finden sich in verschiedenen Regionen von Rheinland-Pfalz. Sie zeigen, wie vielseitig und wirksam erneuerbare Energien zur lokalen Energiewende beitragen können:

ZGM / Stadt Koblenz

Ein herausragendes Beispiel ist die Eigenversorgung des Bildungs- und Sportzentrum Asterstein in Koblenz. Im Zentrum dieses Vorhabens steht eine PV-Anlage mit 320 kWp, ergänzt durch einen Batteriespeicher mit 67 kWh. Über 1.000 Solarmodule auf den Dächern der Sporthalle und der Kita erzeugen nachhaltigen Strom, der direkt vor Ort verbraucht oder für E-Ladesäulen und E-Bike-Stationen genutzt wird. Nicht verbrauchter Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist. Das Projekt spart jährlich rund 178 Tonnen CO₂ und soll langfristig einen Autarkiegrad von mindestens 70 % erreichen. 

VG Kastellaun

Auch kleinere Gemeinden setzen innovative Konzepte um, wie das Beispiel der Ortsgemeinde Dommershausen-Sabershausen zeigt. Dort wurde auf dem Dach des Gemeindehauses eine PV-Anlage mit einer Leistung von 21,6 kWp installiert, ergänzt durch einen Batteriespeicher mit einer Kapazität von 38,6 kWh. Der erzeugte Solarstrom wird genutzt, um die auf LED-Technik umgestellte Straßenbeleuchtung der Gemeinde zu betreiben. Diese Maßnahme ermöglicht eine jährliche CO₂-Einsparung von etwa 10 Tonnen und reduziert die Stromkosten um rund 3.500 Euro

Ein weiteres bemerkenswertes Beispiel ist die Mieterstromversorgung in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Im Rahmen der Sanierung eines Mehrfamilienhauses mit 15 Wohneinheiten wurde eine PV-Anlage mit einer Leistung von 39 kWp sowie ein Batteriespeicher mit 27 kWh Kapazität installiert. Der erzeugte Strom versorgt nicht nur die Mieter, sondern auch zwei Wärmepumpen und drei Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Das Projekt zeigt, wie klimafreundliche Stromversorgung auch im städtischen Wohnbau umgesetzt werden kann.

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Fördermöglichkeiten und weitere Informationen

Eine Vielzahl an Kommunen in Rheinland-Pfalz können über das Regionale Zukunftsprogramm Rheinland-Pfalz einen Antrag zur Installation von Stromspeichern in Gebäuden von Einrichtungen nicht wirtschaftlicher Betätigung stellen.

Die antragsberechtigten Kommunen können Ihre Förderanträge bis zum 31. August 2025 stellen. Weitere Informationen finden Sie hier.

Im Zusammenhang mit einer Photovoltaikanlage werden Batteriespeicher bei der KfW im Programm „Erneuerbare Energien – Standard“ gefördert. 

Weitere Informationen dazu finden Sie hier

Für die Planung einer PV-Anlage auf Ihrem Dach können Sie über das Solarkataster Rheinland-Pfalz in nur wenigen Schritten die Photovoltaikpotenziale auf Ihrem Dach prüfen und eine erste Abschätzung zum Ertrag der Anlage erhalten. 

Hier geht es zum Solarkataster