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Energiemanagement MANN-Gruppe und E-Mobiliät der Westerwälder Holzwerke GmbH

2025

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Die MANN-Unternehmensgruppe verfolgt ein ganzheitliches und nahezu autarkes Energie- und Ressourcenkonzept, das erneuerbare Energieerzeugung, intelligente Speichertechnologien, nachhaltige Holzverarbeitung und klimafreundliche Mobilität miteinander verbindet. Die Elektromobilität nimmt bei den Westerwälder Holzwerken einen hohen Stellenwert ein.

Anlass und Ziele

Ziel ist es, fossile Energieträger konsequent zu ersetzen und eine möglichst vollständige Nutzung aller vorhandenen Ressourcen zu erreichen. Neben der Energieversorgung steht insbesondere die effiziente Nutzung des Rohstoffs Holz im Mittelpunkt des Gesamtkonzeptes. Nach dem Grundsatz „stoffliche vor energetische Nutzung“ werden sämtliche verwertbaren Holzbestandteile möglichst vollständig genutzt. Auch im Bereich Mobilität setzt die Unternehmensgruppe konsequent auf Nachhaltigkeit und Elektromobilität.

 

Projektbeschreibung

Das firmeneigene Arealnetz wird heute weitgehend durch selbst erzeugte erneuerbare Energie versorgt. Hierfür stehen am Standort Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 2.000 kVA, Photovoltaikanlagen mit 1.126,36 kWp, ein Biomasseheizkraftwerk mit 640 kVA sowie ein Blockheizkraftwerk mit weiteren 440 kVA zur Verfügung. Ergänzt wird dieses regenerative Energiesystem durch eine Großbatterie mit 1.400 kWh Speicherkapazität mit einer Ein- und Ausspeisleistung von 1,5 MVA, die seit 2020 in Betrieb ist. Im Juni 2026 wurde das Speichersystem um eine weitere Großbatterie mit 5 MWh Speicherkapazität erweitert. Über das intelligente Energiemanagementsystem „SIPE“ werden Erzeuger, Speicher und Verbraucher in Echtzeit miteinander vernetzt und bedarfsgerecht gesteuert. Dadurch lassen sich Lastspitzen gezielt vermeiden, Energieflüsse optimieren und die Eigenversorgung des Unternehmensstandortes maximieren. Die Batteriespeicher übernehmen dabei mehrere zentrale Funktionen: Sie dienen dem Peak-Shaving zur Reduzierung von Leistungsspitzen, stabilisieren das unternehmenseigene Netz, stellen Primärregelleistung für die Stabilisierung der europäischen 50-Hz-Netzfrequenz bereit und fungieren als Bindeglied zwischen dem Windpark Langenbach und den Verbrauchern im Arealnetz.

Mit einer jährlichen Stromerzeugung von rund 9,5 GWh und einem nahezu identischen Jahresverbrauch versorgt sich der Standort bilanziell vollständig selbst mit erneuerbarer Energie. Bereits heute wird eine Echtzeit-Autarkie von rund 80 % erreicht. Lediglich während etwa 20 % der Zeiträume wird ergänzend Grünstrom bezogen, der zu anderen Zeitpunkten in vergleichbarer Größenordnung wieder ins Netz eingespeist wird. Durch die jüngste Erweiterung der Speicherkapazitäten wird die Autarkiequote künftig weiter steigen. Die maximale Erzeugungsleistung am Standort beträgt im 15-Minuten-Mittel rund 2.300 kW, während die maximale Last bei etwa 1.400 kW liegt. Damit zeigt der Standort eindrucksvoll, wie eine intelligente Verknüpfung von erneuerbarer Energieerzeugung, Speichertechnologie und digitalem Energiemanagement den Weg zu einer weitgehend autarken und netzdienlichen Energieversorgung ebnen kann.

Auch im Bereich Mobilität setzt die Unternehmensgruppe konsequent auf Nachhaltigkeit und Elektromobilität. Aufgrund dauerhaft hoher Kraftstoffpreise und steigender Anforderungen an klimafreundliche Transportlösungen begann das Unternehmen bereits vor mehreren Jahren damit, den gesamten Fuhrpark schrittweise auf elektrische Antriebe umzustellen. Die Westerwälder Holzwerke nehmen damit heute eine Vorreiterrolle im Bereich der elektrischen Nutzfahrzeuge und betrieblichen Elektromobilität ein. Stand 2026 umfasst der Fuhrpark bereits rund 50 vollelektrische PKW sowie 8 von insgesamt 11 vollelektrischen LKW. Die Elektrofahrzeuge werden sowohl für betriebliche Einsätze als auch für die private Nutzung durch Mitarbeitende eingesetzt. Sämtliche Fahrzeuge werden direkt über das firmeneigene Stromnetz geladen, das überwiegend aus Biomasseenergie, Windkraft- und Photovoltaikanlagen gespeist wird. Um zusätzliche Netzbelastungen zu vermeiden, können sämtliche Ladepunkte intelligent geregelt und gedrosselt werden. Dadurch lassen sich Lastspitzen minimieren und die vorhandene Energie optimal nutzen.

Die anfänglich mit Unsicherheiten verbundene Umstellung auf Elektromobilität hat sich inzwischen sowohl wirtschaftlich als auch technisch bewährt. Ein elektrisch betriebener Pellet-LKW verfügt über eine Batteriekapazität von rund 450 kWh und eine Antriebsleistung von 500 kW. Dieser benötigt inklusive Lade- und Transformationsverlusten ca. 180 kWh Strom pro 100 Kilometer. Die Reichweite beträgt, abhängig vom Energiebedarf der Nebenaggregate, etwa 250 bis 300 Kilometer. Diese Werte verdeutlichen die hohe Energieeffizienz elektrischer Nutzfahrzeuge im Vergleich zu konventionellen Dieselantrieben. Ein vergleichbarer Diesel-LKW verbraucht durchschnittlich etwa 45 Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer (inkl. Verbrauch bei Standzeiten durch Einblasen der Holzpellets). Bei einem Energiegehalt von 9,8 kWh/l ergibt sich umgerechnet ein Verbrauch von 441 kWh pro 100 Kilometer. Durch die elektrischen Antriebe können die Betriebskosten deutlich reduziert werden, wodurch aktuell Einsparungen von rund 70 Euro pro 100 Kilometer erzielt werden. Die für den Betrieb der Fahrzeuge benötigte Energie wird größtenteils durch die firmeneigenen Windkraft- und Photovoltaikanlagen erzeugt und durch die Großbatterie zwischengespeichert. Dadurch erreicht das Unternehmen ein hohes Maß an Unabhängigkeit gegenüber steigenden Kraftstoff- und Energiepreisen und stärkt gleichzeitig die regionale, klimafreundliche Energieversorgung. 

Neben der Energieversorgung steht insbesondere die effiziente Nutzung des Rohstoffs Holz im Mittelpunkt des Gesamtkonzeptes. Nach dem Grundsatz „stoffliche vor energetische Nutzung“ werden sämtliche verwertbaren Holzbestandteile möglichst vollständig genutzt. Bereits 2016 entstand hierfür das innovative Sägewerkskonzept „SEO“ (Stoffliche und energetische Optimierung). Dabei werden anfallende Sägenebenprodukte direkt weiterverarbeitet und zu hochwertigen Holzpellets veredelt. Aus der anfallenden Rinde entsteht Rindenmulch. Im Biomasseheizkraftwerk wird Landschaftspflegeschnitt sowie Altholz der Klasse A1 energetisch verwertet. So entsteht ein nahezu geschlossener Rohstoff- und Energiekreislauf. Mit der 2024 erweiterten Sägelinie durch eine moderne Blockbandsäge konnten die Nutzungsmöglichkeiten nochmals deutlich erweitert werden. Dadurch ist nun auch die Verarbeitung von Wurzelholz sowie stärkeren und bislang schwer nutzbaren Holzsortimenten möglich. Gleichzeitig eröffnete die Erweiterung den Einstieg in neue Produktbereiche und den Starkholzmarkt. Zudem können heute auch verschiedene Laubholzarten effizient verarbeitet werden. Das firmeneigene Arealnetz versorgt nicht nur die Produktionsanlagen, sondern auch das Sägewerk, das Pelletwerk, Bürogebäude sowie Wohnhäuser mit Strom und Wärme. Die Gebäude sind zusätzlich an ein Nahwärmenetz angeschlossen, das die Abwärme des Biomasseheizkraftwerks nutzt und dadurch eine besonders ressourcenschonende Wärmeversorgung ermöglicht.

Die Unternehmensgruppe MANN zählt seit vielen Jahren zu den Pionieren der erneuerbaren Energien im Westerwald. Bereits früh wurden Windenergie, Biomasse, Photovoltaik, Batteriespeicher und Elektromobilität miteinander kombiniert. Ergänzt wird dieses Engagement durch nachhaltige Ökostromprodukte von MANN Strom sowie regionale Energiekonzepte und Wärmeprojekte. Dabei steht stets die regionale, transparente und physisch gekoppelte Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen im Mittelpunkt. Insgesamt entstand so ein umfassendes Gesamtsystem aus erneuerbarer Energieerzeugung, intelligenter Speicherung, nachhaltiger Holzverarbeitung, klimafreundlicher Mobilität und effizienter Ressourcennutzung. Mit dem Ziel, ökologische Verantwortung, Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Nachhaltigkeit langfristig miteinander zu verbinden. 

 

Technische Details: 

Biomasseheizkraftwerk Baujahr 1994
  • Feuerungswärmeleistung: 4,95 MW, Dampfleistung: 5,5t/h, 
  • elektrische Nennleistung: 640 kW, 
  • Abwärme wird zur Spänetrocknung und ins Nahwärmenetz eingespeist
Blockheizkraftwerk
  • Baujahr: 2007, Nennleistung: 440 kW
Windpark Langenbach
  • AN Bonus 150/30; Baujahr: 1991, Nennleistung: 150 kW, Turmhöhe: 30m
  • AN Bonus 600/41; Baujahr: 1995. Nennleistung: 600kW, Turmhöhe: 50m
  • FL 250; Baujahr: 1998, Nennleistung: 250 kW, Turmhöhe: 40m
  • 2x Enercon-40; Baujahr: 1997 & 1997, Nennleistung: 500kW, Turmhöhe: 65m
Batteriecontainer
  • Ein- und Ausspeiseleistung 1,5 MVA
  • Batteriekapazität 1,4 MWh + 5 MWh
  • Spannung im Arealnetz 400/20.000 Volt Wechselstrom + DC 200-800
Solar
  • Gesamtleistung: 1126,36 kWp

Schlagworte

Energieeffizienz, Elektromobilität, Nachhaltigkeit, Energieeinsparung, Erneuerbare Energien

Kartenausschnitt

Schulweg 8-14

57520 Langenbach

Kontakt

  • Westerwälder Holzwerke GmbH
  • +49(0) 2661 6262-33
  • Webseite besuchen www.ww-holzwerke.de
  • Kontakt aufnehmen info@ww-holzwerke.de

Projektbeteiligte

MANN Naturenergie GmbH & Co. KG, 57520 Langenbach

Westerwälder Holzwerke GmbH

SIPE – Simon Process Engineering GmbH, 55546 Neu-Bamberg

Schlaug Consulting, 57610 Altenkirchen

Lieferanten:

Freqcon GmbH, D-27336 Rethem

Mercedes-Benz Energy GmbH, D-01917 Kamenz

 

Weitere Informationen (Randspalte)

Projektsteckbriefe der Praxisbeispiele im Energieatlas

Auf dieser Seite finden Sie alle veröffentlichten Projektsteckbriefe im Energieatlas Rheinland-Pfalz. Die Auflistung erfolgt nach Initiatorengruppe und in alphabetischer Reihenfolge der Projekttitel.

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